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Stromsensoren über 60V

  • Filzi
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Stromsensoren über 60V

Yesterday 21:36
#
Hi zusammen,

nachdem ich zukünftig ein Setup mit 18-20 Zellen (~130A)  fliegen möchte (EDF Jet), bin ich aktuell auf der Suche nach einem Stromsensor. 
Leider enden die käuflichen (MUI, Unisens, etc) wohl alle bei einer Spannung von 60V.
Ich habe jetzt schon ein wenig über "Bastellösungen" gelesen. Hat jemand hierfür ev. eine Lösung/Anleitung etc?
Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen und bedanke mich vorab.

lg Matthias

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  • KeesBlokland
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Re: Stromsensoren über 60V

Today 07:54
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Kurz zu Strom und Spannung, weil das hier gerne vermischt wird:

Die 130 A sind das kleinere Problem. Strom bestimmt Kabelquerschnitt, Stecker und Erwärmung. Das kennt jeder aus dem 6S-Bereich, nur eben dicker.

Die Spannung ist der eigentliche Knackpunkt. 18S voll geladen sind 75,6 V, 20S sind 84 V. Dass MUI, Unisens & Co. bei 60 V aufhören, ist kein Zufall: 60 V DC ist die Grenze, bis zu der Geräte nach EN 62368-1 als berührungssicher gelten (ES1). Diese Norm hat die alte EN 60950 abgelöst, und die 60 V gelten nur für trockene Haut, trockene Umgebung und großflächigen Kontakt. Genau auf diesen Wert legen die Sensorhersteller ihre Geräte aus. Ab 75 V DC greift zusätzlich die Niederspannungsrichtlinie. Darum gibt es dafür keine Hobby-Sensoren von der Stange.

Was sich praktisch ändert:

- Berührung von Plus und Minus (nasse Hände, Schweiß, Werkstatt) ist ab dieser Spannung nicht mehr harmlos.
- DC-Lichtbögen: bei 80 V reißt ein Lichtbogen beim Stecker-Trennen unter Last nicht mehr von selbst ab. Das brennt Stecker weg und kann den Akku zünden. Antispark-Vorstufe ist Pflicht, Trennen unter Last tabu.
- Isolationsabstände auf Platinen, Schrumpfschlauch, Balancerkabel: alles muss für die Spannung ausgelegt sein, nicht nur "hält schon".
- Messtechnik: ein Shunt oder Hall-Sensor selbst ist spannungsunabhängig, aber die Elektronik dahinter braucht galvanische Trennung oder einen entsprechend ausgelegten Spannungsteiler. Das ist kein Bastelprojekt mehr, wenn man sich damit nicht auskennt.

Zur Energie: ein 20S-5000-mAh-Pack hat rund 370 Wh, das entspricht grob 90 g TNT, nur eben als Hitze und Gas statt als Knall. Ein Kurzschluss bei 80 V ist ein stehender Lichtbogen, der nicht von selbst ausgeht. Das ist kein Rauchwölkchen mehr, das ist ein Schweißgerät ohne Aus-Schalter.

Nur am Rande: Die DMFV/MFSD-Versicherung verbietet dir das nicht. Aber wenn etwas passiert und der Gutachter sieht, dass jemand ohne Fachkenntnis ein 84-V/300-A-Setup zusammengesteckt hat, ist das Thema grobe Fahrlässigkeit schnell auf dem Tisch.

Das ist nicht böse gemeint, aber oberhalb von 60 V sollte man wissen, was man tut, oder jemanden dazuholen, der es weiß. Wenn dir das alles nichts sagt, frag bitte einen Elektriker oder Elektroniker, bevor du bestellst.


Der Alte, der Beruflich an 1000V/1000Ampere Gleichstrom Anlagen bastelte…
Kees.
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Re: Stromsensoren über 60V

Today 12:57
#
Servus an Alle,
was es auch noch zu bedenken gilt, die Motoren der EDFs sind normalerweise auch nicht für so hohe Spannungen ausgelegt.
Man läuft dann Gefahr, dass die in die Sättigung gehen, die Folge sind sehr hohe Spitzenströme!

Ingmar
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